Und das sind die Stücke von unserer neuen CD
"Lieder, Balladen, Tänze":

(Unterstrichene Titel kann man für eine Hörprobe anklicken)

1. Grace Nugent -Turlough O´Carolan, 1670 - 1737, irischer Komponist und Harfenspieler - Musik wie ein Landschaftsgemälde

2. Raggle Taggle Gypsies - irische Ballade: eine Lady verläßt ihren steinreichen Lord und geht mit drei sangesfreudigen Zigeunern, die außerdem auch gut küssen können - Claudia singt

3. The Nightingale - irische Liebeskatastrophe: ein Mann zieht eine Geige aus dem Rucksack, will Soldat in Indien werden, gesteht seiner Geliebten, daß er schon verheiratet ist, und dazu singt die Nachtigall

4. I´m a Rover - traditioneller "Night-Visiting-Song" aus dem irisch/schottischen Kulturkreis - Wolfgang Gesang und Concertina

5. Gleanntán Glas Gaoith Dobhair - alte gälische Weise mit erprobter Zauberwirkung (Querbeet macht Regen), zur selben Melodie wird das Auswandererlied "Paddy´s Green Shamrock Shore" gesungen

6. Henry Martin - schottische Seeräuberballade: Drei Brüder sitzen auf ihrer meerumtosten Burg und losen darum, wer von ihnen Seeräuber werden soll. Das Los trifft den jüngsten, Henry M., der daraufhin ein englisches Schiff mit Mann und Maus versenkt - gesungen von Claudia

7. Hi for the Beggarman - irisches Liebeslied mit Happy-End: Ein reicher Edelmann verkleidet sich als Bettler, am Ende hat er eine arme Frau zur Schwiegermutter und dreifachen Oma gemacht

8. Mingulay Boat Song - schottisches Seemannslied: Harte Kerle, die Wind und Wetter nicht fürchten, sehnen sich nach Ihren Frauen, die an der Mole auf sie warten ...

9. I´ll Tell Me Ma - trad. Lied der Dubliner Schulkinder - das Mädchen, um das die Jungen sich schlagen, ist schön "wie eine Apfeltorte"

10. Rondo - Tilman Susato, 1551 in spezieller Querbeet-Bearbeitung - zu dieser Musik tanzen wir eine Bransle (Reigentanz aus der Renaissance)

11. Ach, was wird meine Mutter bloß sagen? - Handwerkslied vom Auf- und Abstieg eines Maurergesellen

12. Bransle de Pois - Renaissancetanz nach Thoinot Arbeau (1589) in einer etwas eigenwilligen Version (im B-Teil springen die Männer fort von ihren Partnerinnen, die ihnen aber auf dem Fuß folgen - da im Kreis getanzt wird, gibt es kein Entkommen)

13. Bransle de Bourgogne - temperamentvolle Bransle mit wilden Sprüngen, der Tanz ist ebenfalls von Thoinot Arbeau überliefert

14. Was wolln wir auf dem Abend tun ? - dieses uralte deutsche Gute-Nacht-Lied singen wir oft am Ende eines Konzertes, um die vehementen Forderungen des Publikums nach endlosen Zugaben zum Schweigen zu bringen

 

Tanzbeschreibungen zur CD:

Stück Nr. 10 - Rondo
Alle stellen sich im Kreis auf und fassen sich an den Händen - Doppelschritt links - Doppelschritt rechts - solange, bis die Musik aufhört.

Der Doppelschritt heißt in der französischen Fachsprache der Tänzer "Double". "Double links" bedeutet: Linken Fuß seitwärts nach links setzen, rechten Fuß nachsetzen, nochmal den linken Fuß nach links, den rechten heransetzen - aber jetzt bleibt das Körpergewicht auf dem linken Fuß! (Damit hat der Tänzer/die Tänzerin die optimale Ausgangsposition für den folgenden Schritt, den Double rechts!) Wichtig: Nach links größere Schritte machen als nach rechts - sonst kommt man nicht voran!

Wenn die "Fußarbeit" sicher beherrscht wird, kann man die Arme im Rythmus der Musik vor- und zurückschwingen. Vorsicht: Nicht das Gleichgewicht verlieren!

Fortgeschrittene schwingen am Ende des Double das Spielbein mit gestreckter Fußspitze vor das Standbein - je nach Geschmack mehr anmutig oder dynamisch-sportlich.
Variation: Statt im Kreis wird ein einer Reihe getanzt, die von dem Tänzer ganz links in Schlangenlinien oder Spiralen angeführt wird.

Stück Nr. 12 - Bransle de Pois
Man kann diese Bransle, die aus A- und B-Teil besteht, genauso wie das Rondo Nr. 10 tanzen. Mehr Spaß bringt es aber, wenn Männer und Frauen in gemischter Folge im Kreis stehen. Zum A-Teil werden wie oben zweimal zwei Double getanzt. Dann lassen die Tänzer die Hände los, denn den B-Teil beginnt der Mann mit einem großen Sprung nach links, fort von seiner Partnerin, die Frau folgt ihm aber mit einem ebenso gewaltigen Sprung nach. Der Mann setzt darauf seine Flucht mit drei kleinen Sprüngen nach links fort. In der Wiederholung des B-Teils beginnt die Frau mit dem großen Sprung nach links, dann springt der Mann wieder nach links, von der Frau fort, und sie verfolgt ihn mit drei kleinen Sprüngen. Jetzt stehen alle wieder wie am Anfang, man faßt sich an den Händen, und es geht von vorne los. (Die Sprünge werden immer mit beiden Füßen gleichzeitig ausgeführt - als Schlußsprung, wie der Turnlehrer sagen würde).

Als kleine Hilfe begleiten wir die wechselnden Sprünge mit einem Sprechgesang:
"Und der Mann/ und die Frau/ und der Mann, der Mann, der Mann/
und die Frau/ und der Mann/ und die Frau, die Frau, die Frau".

Stück Nr. 13 - Bransle de Bourgogne
Die Schwestern der Amrumer Sozialstation sehen es gar nicht gerne, wenn ihre schutzbefohlenen Senioren die Bransle de Bougogne tanzen - die Schrittfolge ist wirklich ein wenig wild. "Vernünftige" tanzen lieber die bewährten Double links- Double rechts - Schritte.

Verwegene tanzen einen Double links, Simple rechts (das ist ein einfacher seitlicher Schritt nach rechts, das Körpergewicht bleibt auf dem rechten Fuß, das linke "Spiel"-Bein schwingt nach Belieben vor das rechte Standbein), dann folgen vier Sprünge links-rechts-links-rechts,
noch ein Double links und ein Simple rechts, und 8 Takte der Melodie sind erledigt. Das ist alles!

Zu guter Letzt
Alle Tanzbeschreibungen ohne Gewähr! Zu Risiken und Nebenwirkungen von Muskelkater bis unerwarteter Lebensfreude fragen Sie, wen Sie wollen, z.B. uns!
Kontakt: Rüdiger Sokollek, Postfach 2327, 25949 Nebel auf Amrum, Tel 04682 - 4172